Epilepsie


Definition und Ursache:

Wiederkehrende Krampfanfälle.
Ursache ist eine erhöhte Erregbarkeit von Nervenzellen im Großhirn, die meist angeboren-erblich, selten erworben ist.
Häufig betroffene Rassen sind: Golden Retriever, Cocker Spaniel, Pudel, Bernhardiner, Irish Setter, Australian Shepherd, Rauhaar-Foxterrier, Dackel, Border Collie, Großer Schweizer Sennenhund.
Ursachen für ähnliche Krankheitsbilder können sein: Entzündungen oder Narben im Gehirn, Stoffwechselkrankheiten, Vergiftungen, Gehirntumoren.

Symptome:

erstes Auftreten meist im Alter von 1 - 5 Jahren
partielle Anfälle:
• unmotiviertes Bellen
• Schnappen nach imaginären Fliegen
• Zuckungen bestimmter Körperteile
generalisierte Anfälle:
• Seitenlage
• das Bewusstsein kann erhalten oder verloren sein
• Streckkrämpfe oder Ruderbewegungen mit den Gliedmaßen
• Speicheln, Harn- und Kotabsatz
• Dauer des Anfalls 1 - 2 Minuten
Status epilepticus:
• Dauer eines generalisierten Anfalls über 5 Minuten

Diagnose:

• Blutlabor zur Diagnose von Stoffwechselstörungen und Vergiftungen
• ggf. Untersuchung von Gehirnwasser (Liquor) zur Diagnose von Entzündungen im Gehirn
• ggf. CT- oder Kernspinuntersuchung des Gehirns zum Nachweis oder Ausschluss von Tumoren oder Narben
• bei der idiopathischen Epilepsie sind alle Untersuchungsverfahren unauffällig

Therapie:

• Therapiebeginn bei mehr als einem Anfall pro 2 Monaten oder nach dem dritten Anfall.
• Therapieziel: Die Zahl der Anfälle soll unter drei pro Monat gedrückt werden, die Dauer eines Anfalls soll unter 5 Minuten gedrückt werden.
• Initiales Medikament:Phenobarbital
  ° Mögliche Nebenwirkungen in den ersten 2- 3 Wochen nach Therapiebeginn und bei hohen Dosen: Hunger, Gewichtszunahme, vermehrter Harnabsatz, Sedation.
  ° Zwei Wochen nach Therapiebeginn wird die Wirkstoffkonzentration im Blut kontrolliert, ggf. erfolgt eine Dosisanpassung und erneute Blutkontrolle nach weiteren zwei Wochen, die Blutentnahme sollte idealerweise kurz vor der nächsten Tablettengabe erfolgen.
  ° Bei guter Anfallskontrolle Bestimmung der Wirkstoffkonzentration im Blut und der Leberwerte alle 6 Monate.
• bei unzureichender Wirkung von Phenobarbital, Kombination mit Kaliumbromid
  ° Die volle Wirksamkeit von Kaliumbromid wird erst 4 Wochen nach Therapiebeginn erreicht.
  ° Mögliche Nebenwirkungen: Hunger, Gewichtszunahme, vermehrter Harnabsatz, Sedation, Erbrechen, Verstopfung.
  ° 4 Wochen nach Therapiebeginn Bestimmung der Wirkstoffkonzentration im Blut, ggf. Dosisanpassung und erneute Blutlaborkontrolle nach weiteren 4 Wochen.
  ° Bei guter Anfallskontrolle Bestimmung der Wirkstoffkonzentration im Blut und alle 6 Monate.
• bei unzureichender Wirkung der Kombination Ersatz von Pheobarbital durch andere Antiepileptika.
• Die Therapie ist meist lebenslang; wenn ein Tier 12 Monate anfallsfrei ist, kann eine graduelle Reduzierung der Medikamente versucht werden.

weiterführende Information:

• Flyer "Epilepsie bei Hunden" der Firma cp-pharma