FLUTD

Feline Lower Urinary Tract Disease
Erkrankung der unteren Harnwege bei der Katze


Ursache und Krankheitsverlauf:

Begünstigende Faktoren: chronischer Stress, hohe Anteile bestimmter Mineralstoffe im Futter, Trockenfutter, Mangel an Bewegung, Übergewicht, Bakterien, erbliche Prädisposition
Es kommt zu einer Entzündung der unteren Harnwege.
Entzündungsprodukte und mineralischer Harngries können vor allem beim Kater zu einem Verschluss der Harnröhre führen. Urin kann nicht mehr ausgeschieden werden und es entsteht ein lebensbedrohlicher Zustand.

Symptome:

• häufige Besuche des Katzenklos
• übermäßiges Anstrengen und Schmerzen beim Harnabsetzen
• blutiger Harn
• Lecken am Genitale
• Unsauberkeit

Therapie:

Bei verstopfter Harnröhre ist eine stationäre Aufnahme erforderlich.
In Narkose wird die Harnröhre frei gespült und ein Dauerkatheter in die Harnröhre verbracht. Der Urin wird auf Bakterien und Kristalle untersucht. Der Katheter bleibt in der Regel drei Tage liegen. Durch Infusionen wird die Harnbildung angeregt, damit die in der Blase befindlichen Kristalle über den Harnkatheter abgehen können.
Bei ständig wiederkehrenden Fällen besteht die Möglichkeit der chirurgischen Erweiterung der Harnröhre. Dies ist jedoch nicht die Therapie der ersten Wahl, da operierte Kater leicht Blasenentzündungen bekommen oder Narbengewebe die Harnröhre wieder einengen kann.

Prophylaxe:

Fütterung: Die Mineralstoffe, aus denen sich der Harngries bildet, sollen im Futter vermieden werden. Dazu stehen spezielle Diäten zur Verfügung. Zur besseren Ausscheidung der sich bildenden Kristalle soll eher Feucht- als Trockenfutter verwendet werden. Die Wasseraufnahme kann zusätzlich durch verdünnte Katzenmilch oder Fleischbrühe angeregt werden. Bei Übergewicht wird eine langsame Gewichtsreduktion angestrebt.
Bewegung: Eine Animation zur Bewegung mit Ball, Spielmaus oder Ähnlichem soll mehrmals täglich erfolgen.
Stressreduktion: In Mehrkatzenhaushalten sollen mehr Katzentoiletten, Futterplätze und Liegeplätze angeboten werden, als Katzen im Haushalt leben. Pheromone, bestimmte Duftstoffe, die über einen Zerstäuber an die Luft abgegeben werden, können zur Stressreduktion beitragen.
Urinkontrolle: Alle drei bis vier Monate sollte der Harn auf Bakterien, Harngries, Dichte und pH-Wert untersucht werden.

Prognose:

Rezidive sind häufig.