Kastration beim Kleinsäuger


Argumente für und gegen eine Kastration:

Argumente für eine Kastration:
• Unterbindung einer unkontrollierten Vermehrung
• Vermeidung hormonell beeinflusster Erkrankungen
   ° Gebärmuttertumoren (80% der weiblichen Kaninchen entwickeln bis zum Alter von 5 Jahren bösartige Gebärmuttertumoren)
   ° Dauerranz bei Fähen, Folge: lebensbedrohliche Knochenmarkdepression durch Östrogen
   ° Eierstockszysten, Gebärmuttervereiterung beim Meerschweinchen
• Vermeidung hormonell beeinflusster Verhaltensmuster
   ° Aggressivität zwischen männlichen Tieren (Meerschweinchenböcke, die gegeneinander aggressiv sind, sind dies meist auch nach einer Kastration)

Argumente gegen eine Kastration:
• tierschützerische Gesichtspunkte (operativer Eingriff bei einem gesunden Tier)
• Narkose- und Infektionsrisiko

Wahl des richtigen Zeitpunktes zur Kastration:

• Geschlechtsreife
   ° beim Frettchen im auf das Geburtsjahr folgenden Frühjahr, mit 4 bis 10 Lebensmonaten
   ° beim Kaninchen mit 3 bis 4 Lebensmonaten
   ° beim Meerschweinchen mit 3 bis 10 Lebenswochen
• Beim männlichen Tier kann eine Kastration vorgenommen werden, sobald die Hoden aus der Bauchhöhle in den Hodensack massiert werden können, beim Frettchenrüden meist im Alter von 10 Monaten, beim Kaninchen im Alter von 8 - 12 Wochen und beim Meerschweinchenbock im Alter von 4 - 6 Wochen.
• Fähen werden im Alter von 10 Monaten und Häsinnen im Alter von 4 Monaten kastriert.
• Fähen sollen wegen der größeren Blutungsneigung nicht während der Ranz kastriert werden.
• Weibliche Meerschweinchen werden nur bei medizinischer Indikation kastriert.

Ablauf einer Kastration:

 

 

 

 

 

Anästhesie und Nachsorge:

s. Chirurgie - Anästhesie

Besonderheiten:
• Männliche Tiere sind nach der Kastration noch 4 - 6 Wochen zeugungsfähig und sollten solange noch von weiblichen Tieren getrennt gehalten werden.

Terminvereinbarung:

s. Klinikorganisation - Op.-Termine