Medikamentenverabreichung


Augenmedikamente:

Augenmedikamente stehen meist in Tropfen- und Salbenform zur Verfügung.
Tropfen können etwas leichter ins Auge verbracht werden, der Wirkstoff wäscht sich aber mit der Tränenflüssigkeit schneller aus. Salben sind dagegen etwas schwieriger ins Auge zu verbringen, der Wirkstoff verbleibt aber länger im Auge und muss weniger häufig am Tag appliziert werden.

Eine Hand hält die Flasche oder Tube, mit der anderen Hand streckt man den Kopf des Hundes oder der Katze, bis das Tier zur Decke schaut. Mit der Hand, die die Tube hält, wird das Oberlid hochgezogen, mit der anderen Hand wird das Unterlid nach unten gezogen. Es reicht, wenn ein Tropfen auf den Augapfel fällt. Bei Salben wird ein Salbenstrang von ca. 1 cm Länge abgezwickt. Durch mehrmaliges Öffnen und Schließen der Lider wird die Salbe auf dem Auge verteilt.


Augenmedikamente enthalten keine Konservierungsstoffe, sie sollten 6 Wochen nach dem Öffnen verworfen werden.

Ohrenmittel:

Ohrenreiniger bewirken eine Verflüssigung von Ohrschmalz, sodass dieses aus dem Ohr geschüttelt werden kann, desweiteren haben sie eine desinfizierende Wirkung. Sie sollten insbesondere bei Hunden mit Schlappohren zur Prophylaxe einmal wöchentlich verabreicht werden.

Ohrenmedikamente enthalten meist Antibiotika, sie sollen nur bei einer Ohrenentzündung angewendet werden und dann aber täglich, bis die Ohrenentzündung ausgeheilt ist. Keinesfalls
sollen sie alle paar Tage verwendet werden, da sich so Resistenzen entwickeln und das Medikament nicht mehr wirksam sein kann.

Mit einer Hand wird das Ohr nach oben gezogen, mit der anderen Hand wird die Salbe ins Ohr gebracht. Das Hundeohr hat einen langen horizontalen Gehörgang. Um das Medikament bis zum Trommelfell zu bringen ist es wichtig, den Ohrknorpel mehrmals so zusammenzudrücken, dass ein quatschendes Geräusch entsteht.



Eingabe von Salben, Flüssigkeiten oder Futter:

Mit einer Hand wird die Lefze hochgehoben und mit der anderen Hand die Flüssigkeit in die Backentasche eingespritzt. Der Fang selbst braucht nicht geöffnet zu werden.



Tablettenverabreichung:

1. Verstecken im Futter oder in einem Stück Wurst
Der intensive Geschmack von Leberstreichwurst kann einen bitteren Tablettengeschmack überdecken. Es muss kontrolliert werden, dass die Tablette wirklich mitgefressen wird


2. Pulverisieren der Tablette mit einem Mörser
Das Pulver kann unter das Futter gemischt oder mit einer Multivitaminpaste vermischt und dann mit einer Spritze eingegeben werden.


3. Tablette tief in den Rachen stecken
Multivitaminpaste als "Nachschlag" kann zum Abschlucken anregen.


 


Spot-on-Prärate

Das Haarkeid im Nacken wird gescheitelt, sodass die Haut sichtbar wird. Die Flüssigkeit wird entlang des Scheitels aufgetragen und die Haare über dem Scheitel wieder geschlossen. In den nächsten Stunden sollte ein Streicheln im Nackenbereich vermieden werden.



Zäpfchen und Klistiere

Ein Tropfen Klistier wird über die Tubenspitze verteilt, sodass diese gleitend wird. Die Tubenspitze wird rektal eingeführt, zusammengedrückt und, damit das Medikament nicht wieder eingesaugt wird, zusammengedrückt wieder ausgeführt. Bei Zäpfchen kann durch Niederdrücken der Rute das sofortige Wiederausscheiden des Zäpfchens verhindert werden.