Chronische Niereninsuffizienz
Ursache:
Die Nieren sind für die Ausscheidung giftiger Stoffwechselprodukte und die Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes verantwortlich.
Die beiden Nieren bestehen aus Millionen mikroskopisch großer "Nieren", den Nephronen.
Im Laufe des Lebens gehen durch Entzündungen, nierentoxische Stoffe, Immunerkrankungen und Stoffwechselstörungen immer mehr Nephrone verloren.
30% der Nephrone reichen aus, um die Aufgaben der Nieren zu erfüllen, das heißt, erst wenn etwa 70% des Nierengewebes nicht mehr richtig arbeitet, kommt es zu Symptomen.
Krankheitsverlauf:
• Anreicherung von harnpflichtigen Stoffen im Blut
• Blutarmut durch Mangel an einem in den Nieren gebildeten Blutbildungshormon
• Bluthochdruck durch Beeinträchtigung der Blutdruckregulation, Folgen des Bluthochdrucks sind weitere Schäden an den Nieren, dem Gehirn, der Netzhaut des Auges und am Herzen
• Kalziumverlust über die Nieren führt zur Kalkauslagerung aus den Knochen
• verringerte Phosphatausscheidung
Symptome:
• vermehrtes Trinken und Wasserlassen
• verminderter Appetit
• Gewichtsabnahme
• Erbrechen
• Austrocknung
Diagnose:
Harnuntersuchung: geringes spezifisches Gewicht, d.h. der Harn ist wenig konzentriert, Eiweiß im Harn
Blutlaboruntersuchung: Erhöhung der Nierenwerte Harnstoff und Kreatinin, evtl. Blutarmut, Phosphat erhöht, Kalzium erniedrigt
Blutdruckmessung zur Diagnose eines Bluthochdrucks
Therapie:
Flüssigkeit: Zur Unterstützung der Nierenausscheidung sollte möglichst viel Flüssigkeit aufgenommen werden: Wasser sollte immer zur Verfügung stehen, Feuchtfutter ist besser als Trockenfutter, Wasser sollte zum Futter beigemischt werden, bis dieses eine dickflüssige Konsistenz aufweist.
Infusionslösungen können regelmäßig unter die Haut verabreicht werden.
Diät: Geeignete Nierendiäten enthalten auf den Bedarf der Tierart abgestimmtes Protein; ein Zuviel an nicht verwertbarem Protein soll vermieden werden, da dieses über Harnstoff von den Nieren ausgeschieden werden muss. Der Kaloriengehalt ist eher hoch, um dem Gewichtsverlust entgegenzuwirken. Der Phosphatgehalt ist reduziert, der Kalziumgehalt erhöht.
Feuchtfutter sind eher geeignet als Trockenfutter.
Die Akzeptanz der Nierendiäten ist meist gering; es muss eine langsame Futterumstellung versucht werden, Anwärmen des Futters kann seinen Geschmack verbessern.
Geeignete Futtermittel sind: Hill´s k/d, Royal Canin Renal


![]()
![]()


![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
![]()
Phosphatbinder: Die Mineralstoffe, aus denen sich der Harngries bildet, sollen im Futter vermieden werden. Dazu stehen spezielle Diäten zur Verfügung.
Medikamentöse Unterstützung der Nierenfunktion: Durch Medikamente, die die Nierendurchblutung fördern, kann Ausscheidung der harnpflichtigen Stoffe durch die Nieren verbessert werden.
Therapiekontrolle:
• Blutlaborkontrolle (Blutzellen, Nierenwerte, Phosphat, Kalzium, Eiweiß) alle 3 Monate
• bei Bluthochdruck Kontrolle des Blutdrucks monatlich
Prognose:
Die Therapie muss lebenslang durchgeführt werden.
Die chronische Niereninsuffizienz schreitet langsam voran.
