Anästhesie


Wichtig: Obwohl moderne Narkosen auch beim Tier sehr sicher sind, bleibt bei jeder Narkose ein Restrisiko auch eines tödlichen Ausgangs.

 

Narkosevorbereitung:

Tabelle: Vergleich Hunde- und Katzenalter mit Menschenalter
Alter des Haustieres vergleichbares Menschenalter
 
Hunde kleiner
Rassen bis 15 kg
mittlere bis große Rassen 15-45 kg
Riesenassen
über 45 kg
Katzen 
 
 ½ Jahr
15 Jahre
10 Jahre
8 Jahre
10 Jahre
 1 Jahr
20 Jahre
18 Jahre
14 Jahre
15 Jahre
 1 ½ Jahr
24 Jahre
21 Jahre
18 Jahre
20 Jahre
 2 Jahre
28 Jahre
27 Jahre
22 Jahre
24 Jahre
 3 Jahre
32 Jahre
33 Jahre
31 Jahre
28 Jahre
 4 Jahre
36 Jahre
39 Jahre
40 Jahre
32 Jahre
 5 Jahre
40 Jahre
45 Jahre
49 Jahre
36 Jahre
 6 Jahre
44 Jahre
51 Jahre
58 Jahre
40 Jahre
 7 Jahre
48 Jahre
57 Jahre
67 Jahre
44 Jahre
 8 Jahre
52 Jahre
63 Jahre
76 Jahre
48 Jahre
 9 Jahre
56 Jahre
69 Jahre
85 Jahre
52 Jahre
 10 Jahre
60 Jahre
75 Jahre
94 Jahre
56 Jahre
 11 Jahre
64 Jahre
80 Jahre
100 Jahre
60 Jahre
 12 Jahre
68 Jahre
85 Jahre
 
64 Jahre
 13 Jahre
72 Jahre
90 Jahre
68 Jahre
 14 Jahre
76 Jahre
95 Jahre
72 Jahre
 15 Jahre
80 Jahre
100 Jahre
 
76 Jahre
 16 Jahre
84 Jahre
80 Jahre
 17 Jahre 
88 Jahre
   
84 Jahre
 18 Jahre
90 Jahre
   
88 Jahre
 19 Jahre
94 Jahre
   
92 Jahre
 20 Jahre
100 Jahre
   
96 Jahre

Vor der Operation:

Während der Operation:

Narkoseeinleitung:

  • Bei längeren Narkosen wird bei Hund und Katze ein Venenzugang gelegt. Über einen Venenzugang können Narkosemittel fein dosiert werden, während der Operation kann eine Infusion gegeben werden und im Narkosezwischenfall können rasch Notfallmedikamente gegeben werden.
  • Ein Tubus, ein Gummi- oder Silikonschlauch, der in die Luftröhre geschoben wird, dient dazu, eine kontrollierte Beatmung des Tieres durchführen zu können.
  • Augensalbe verhindert das Austrocknen der Augen während der Narkose.

 

Erhaltungsphase:

  • Durch das Narkosegerät wird Sauerstoff und ein Narkosegas über den Tubus in die Lunge geleitet und eine Beatmung durchgeführt. Bei kleinen Nagern wird hier eine Maske verwendet.
  • Das Monitoring während der Operation umfasst bei Hund und Katze eine EKG-Ableitung, die Messung der Körpertemperatur, des Sauerstoffgehalts im Blut und die Messung des Kohlendioxidgehalts in der Ausatemluft.
  • Eine Wärmematte sorgt dafür, dass die Tiere nicht auskühlen.
  • Eine Helferin kontrolliert Puls, Schleimhautfarbe und Reflexe.
  • Über eine Infusion wird der Kreislauf unterstützt.

Aufwachphase:

  • Bei den Nagetieren werden Medikamente gegeben, die die Wirkung der Narkosemittel aufheben.
  • Schmerzmittel werden zeitlich so gegeben, dass sie wirken, bevor die Narkosemittel in ihrer Wirksamkeit abklingen.
  • Wärme wird mit einer Wärmelampe zugeführt.
  • Puls, Schleimhautfarbe und Reflexe werden überwacht und gegebenenfalls werden kreislaufstützende Infusionen und Medikamente gegeben.

 

 

 

Nach der Operation:

kein Futter am Op.-Tag für Hunde, Katzen, Frettchen

  • Hunde, Katzen und Frettchen sollten am Tag der Operation kein Futter erhalten. Der Grund dafür liegt darin, dass alle Reflexe, unter anderem auch der Schluckreflex durch die Narkose gelähmt sind und erst langsam zurückkehren. Angebotenes Futter könnte verschluckt werden, in die Lunge gelangen und dort eine Lungenentzündung auslösen.
  • Wasser sollte bereits am Operationstag zur Aufnahme bereitstehen, verschlucktes Wasser wäre nicht weiter schlimm.
  • Kaninchen, Meerschweinchen und andere Nager sollen bereits am Operationstag fressen dürfen.

 

Wärme

  • Durch die Narkosemittel sind die Blutgefäße der aufwachenden Tiere weitgestellt, wodurch die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur beeinträchtigt ist, je kleiner die Tiere, desto gefährdeter sind sie. Die Umgebungstemperatur darf deshalb nicht zu kalt sein.
  • Die Nacht nach der Operation sollte nicht im Freien verbracht werden.
  • Solange es die Tiere dulden, kann durch Zudecken oder mit einer Wärmelampe ein Wärmeverlust minimiert werden.
  • Wärmelampen sollten einen Abstand von einem Meter zum Tier nicht unterschreiten, um Verbrennungen und Überhitzungen zu vermeiden, sie sollten aufgrund einer Entzündungsgefahr nicht unbeaufsichtigt bleiben.

 

Eingeschrängte Trittsicherheit

  • Aus der Narkose aufwachende Tiere sind zunächst nicht trittsicher.
  • Hunde könnten auf glatten Böden ausgleiten, Spaziergänge sollten sich auf das Nötigste beschränken.
  • Katzen können durch Fehltritte von Regalen oder Kratzbäumen oder durch Treppengeländer stürzen, sie müssen beobachtet werden, bis sie sicher auf den Beinen sind.

 

Schlecken an der Naht vermeiden

  • Ein Schlecken an der Operationsnaht ist so gut wie möglich zu verhindern.
  • Maßnahmen zur Unterbindung können Verbände, Socken, T-Shirts, spezielle Bodys, Bittersprays oder Halskrausen sein.

 

Kontrolle des Allgemeinbefindens, der Naht und der Körpertemperatur

  • In den Tagen nach der Operation sollte Ihr Tier bei gutem Allgemeinbefinden sein, guten ppetit zeigen und an der Operationsnaht keine übermäßige Schwellung oder Sekretion aufweisen.
  • Wenn Sie es sich zutrauen, können Sie einmal täglich die Körpertemperatur bestimmen.
  • Bei Sorgen kommen Sie zu einer Kontrolle!
     Tabelle: Normwerte Körpertemperatur
     Hund
    37,8 - 39,2 °C
     Katze
    38,0 - 39,2 °C
     Frettchen
    37,8 - 40,0 °C
     Kaninchen
    38,5 - 40,5 °C
     Meerschweinchen
    37,5 - 39,5 °C

     

 

 

 

Ruhe

  • Nach der Operation sollten Sie Ihr Tier schonen.
  • Bei Hunden bedeutet dies meist Laufen nur an der Leine, kein Herumtollen mit anderen Hunden, kein Ballspielen.
  • Bei der Katze bedeutet dies meist kein Freigang.
  • In der Regel sollte die Ruhephase bis zum Ziehen der Fäden durchgehalten werden, orthopädische Probleme erfordern meist Ruhephasen von 6 Wochen.
 

 

Kontrolluntersuchungen

  • Kontrolluntersuchungen werden je nach Art der Erkrankung und des Eingriffs erforderlich.
  • Meist erfolgt eine erste Kontrolle am Tag nach der Operation und eine weitere 3 - 4 Tage später.
 

 

Fädenziehen

  • Die Fäden der Hautnaht werden in der Regel 10 - 12 Tage nach der Operation gezogen.