Entwurmung, Floh- und Zeckenprophylaxe bei der Katze, Toxoplasmose


Entwurmung



Entwurmungsempfehlung

Die Organisation ESCCAP European Scientific Counsel Companion Animal Parasites gibt folgende Entwurmungsempfehlungen:

Katzenwelpen und säugende Kätzinnen: erste Entwurmung gegen Spulwürmer, wenn die Welpen 3 Wochen alt sind; weitere Entwurmungen gegen Spulwürmer jeweils nach 2 Wochen, das letzte Mal 2 Wochen nach Aufnahme der letzten Muttermilch

Erwachsene Wohnungskatzen:
• Entwurmung gegen Spul- und Bandwürmer alle 6 - 12 Monate
• Katzen mit Flohbefall: zusätzlich einmalige Entwurmung gegen den Bandwurm Dipylidium caninum
• Katzen mit engem Kontakt zu Kleinkindern oder immungeschwächten Personen, wenn eine Ausscheidung infektiöser Spulwurmstadien garantiert ausgeschlossen werden soll: Entwurmung gegen Spulwürmer monatlich

Erwachsene freilebende Katzen, Katzen in Katzenpensionen, in Tierheimen:
• Entwurmung gegen Spul- und Bandwürmer bis zu monatlich

Entwurmungsmittel

• für Welpen eignet sich am besten eine Paste, sie wird für eine
   Entwurmung 3 Tage hintereinander gegeben
• erwachsene Katzen können mit Spot-op-Präparaten,Tablette oder mit
   Spritzen entwurmt werden.

Weiterführende Informationen

• Broschüre "Fokusthema Giardien und Würmer" der Firma intervet

• Broschüre "Wie oft muss ich mein Tier entwurmen?" der Organisation ESCCAP European Scientific Counsel Companion Animal Parasites

Floh- und Zeckenprophylaxe

Flöhe werden auf die Katze durch Kontakt zu Hunden, zu anderen Katzen oder zu Igeln übertragen. Sie können von der Katze auch auf den Menschen übertragen werden. Ein Flohbefall kann ganzjährig erfolgen.

Zecken gelangen von Gräsern oder Büschen auf die Katze. Sie können, seltener als beim Hund, Krankheiten wie Babesiose und Anaplasmose übertragen. Von der Katze abfallende Zecken können auf den Menschen Borreliose und FSME übertragen. Die Zeckengefahr besteht hauptsächlich von März bis Oktober.

Floh- und Zeckenmittel

Floh- und zeckenabwehrende Mittel sollten bei freilebenden Katzen ganzjährig verwendet werden.
• Spot-on-Präparate werden entlang eines Scheitels im Nacken aufgetragen, sie
   wirken lt. Herstellerangabe gegen Flöhe ca. 4 Wochen und gegen Zecken ca.
   2 Wochen.

• Halsbänder werden wegen der Gefahr des Hängenbleibens bei Katzen nicht
   empfohlen.
• Für den Hund zugelassene Mittel dürfen grundsätzlich nicht bei der Katze
   verwendet werden!



Weiterführende Informationen

• Slideshow "Flohfrei wohnen?" der Firma Pfitzer

• Broschüre ""Wie oft muss ich gegen Flöhe & Zecken behandeln?"
   der Organisation ESCCAP European Scientific Counsel Companion
   Animal Parasites
• Broschüre "Herbstzecken bleiben gefährlich!"
   des Bundesverbandes praktizierender Tierärzte
• Broschüre "Alles über Flöhe" der Firma Novartis

• Broschüre "Alles über Zecken" der Firma Novartis 
 

Toxoplamose

Erreger: Toxoplasma gondii, ein Einzeller
Gefahr für den Menschen: Infizieren sich Frauen während einer Schwangerschaft erstmalig, kann dies zu schwerwiegenden Schädigungen der Augen oder des Gehirns des ungeborenen Kindes führen.
Übertragung von Toxoplasmen auf den Menschen:
• über Katzenkot, mit Katzenkot verunreinigtes Gemüse, Kontakt mit
   Katzenkot bei der Gartenarbeit
• durch Verzehr von rohem Fleisch, von Rohmilch, nicht ausreichend gegarten Fleisch- oder Wurstwaren
Infektion bei der Katze:
• Katzen infizieren sich durch Fressen von Mäusen, Kakerlaken, rohem Fleisch oder nicht ausreichend gekochten Wurstwaren
• Katzen scheiden dann Toxoplasma-Oozysten mit dem Kot aus, diese sind frühestens 24 Stunden nach dem Kotabsatz (nicht sofort!) infektiös und bleiben dann aber über Monate infektiös. Die Ausscheidung dauert ein bis drei Wochen.
• gesunde Katzen entwickeln eine Immunität, sodass bei weiteren Infektionen in der Regel keine Oozysten mehr nachweisbar sind.
Labordiagnostik bei der werdenden Mutter (beim Hausarzt!):
• Untersuchung von Blut der Schwangeren auf Antikörper gegen Toxoplasmose zum Nachweis einer Immunität der werdenden Mutter gegen Toxoplasmose
• Ergibt die Untersuchung eine Immunität, besteht kein Risiko einer konnatalen Toxoplasmose, ergibt die Untersuchung keine Immunität, besteht ein Risiko einer konnatalen Toxoplasmose.
Labordiagnostik bei der Katze:
• Untersuchung von Kot der Katze zum weitgehenden Ausschluss einer Ausscheidung von Toxoplasmen durch die eigene Katze.
   • Kotuntersuchung zweimal im Abstand von 14 Tagen, jeweils eine über 3 Tage gewonnene Sammelkotprobe.
   • Falsch negative Ergebnisse möglich durch intermittierende Ausscheidung , falsch positive Ergebnisse möglich durch Nachweis harmloser, gleich aussehender Oozysten
• Untersuchung von Blut der Katze auf IgG- und IgM-Antikörper zum Nachweis einer Immunität der Katze
   • Katzen mit Antikörper haben eine Infektion mit Toxoplasmen durchlaufen. Sie besitzen einen Immunschutz der relativ sicher gegen eine Neuinfektion schützt. Sie können aber auch Gewebszysten besitzen, aus denen es sehr selten bei Stresssituationen zu einer Ausscheidung von Oozysten kommen kann. Am Anfang einer Infektion während der Oozystenausscheidung können schon Antikörper vorhanden sein. Nicht alle Katzen bilden Antikörper.
   • Katzen ohne Antikörper haben sich noch nie mit Toxoplasmose infiziert und damit keinen Immunschutz. Sie können sich leicht infizieren und dann Oozysten ausscheiden. Sie besitzen keine Gewebszysten, aus denen es zu einer Ausscheidung von Oozysten kommen könnte. Am Anfang einer Infektion während der Oozystenausscheidung sind meist noch keine Antikörper vorhanden.
Prophylaxe für eine werdenden Mutter ohne Immunität:
• kein Genuss von rohem Fleisch, von Rohmilch, von nicht ausreichend gegarten Fleisch- oder Wurstwaren (z.B. Mett, Hackepeter)
• sorgfältige Reinigung der Hände nach der Zubereitung von rohem Fleisch
• gründliches Waschen von frischem Gemüse und Salat und sorgfältige Reinigung der Hände nach deren Zubereitung
• Tragen von Handschuhen bei der Gartenarbeit, sorgfältige Reinigung der Hände nach der Arbeit
• kein Spielen in unabgedeckten Sandkästen
• Vermeidung von Kontakt zu unbekannten, insbesondere jungen Katzen
• eigene Katze für die Zeit der Schwangerschaft in Pflege geben, wenn keine Abgabe gewünscht wird:
• Untersuchung von Kot der Katze auf Oozysten: Oozystenausscheidende Katzen sollten für mindestens 3 Wochen außer Haus gegeben werden
• Untersuchung von Blut der Katze auf Antikörper. Bei Katzen ohne Immunität Vermeidung einer Infektion: Katze während der Schwangerschaft ausschließlich in der Wohnung halten, ausschließliche Verfütterung von Dosen- oder Trockenfutter oder ausreichend gekochtem oder tiefgefrorenem Fleisch (mindestens 3 Tage bei -20°C)
• tägliche Reinigung und Desinfektion der Katzentoilette mit mindestens 55°C heißem Wasser zur Abtötung eventuell vorhandener Oozysten, bevor diese infektiös werden können. Dies sollte nicht von der Schwangeren durchgeführt werden.

Weiterführende Informationen

• Flyer "Toxoplasmose und Schwangerschaft" des Labors MVZ Wagnerstibbe