Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze
Feline Hyperthyreose


Vorkommen:

bei älteren Katzen, Durchschnittsalter 8-13 Jahre

Ursache und Krankheitsverlauf:

Meist gutartige Vergrößerung beider Schilddrüsen, selten ein bösartiger Tumor der Schilddrüse.
Es kommt zu einer übermäßigen Bildung und Auschüttung von Schilddrüsenhormonen. Das Übermaß an Schilddrüsenhormonen wirkt negativ auf den Herzmuskel, die Leber und den Stoffwechsel.

Symptome:

• Gewichtsverlust trotz vermehrter Futteraufnahme, gelegentlich Inappetenz
• vermehrter Durst, vermehrter Harnabsatz
• Ruhelosigkeit, Hyperaktivität, gelegentlich Lethargie
• Fellveränderungen: fleckiger Haarverlust, mattes, ungepflegtes Fell
• Erbrechen, Durchfall, häufiger Kotabatz, voluminöse Stühle
• eventuell ist entlang des Halses die vergrößerte Schilddrüse fühlbar

Diagnose:

Das Schilddrüsenhormon T4 ist im Blut über den Normbereich erhöht.
In fraglichen Fällen helfen spezielle Labortests, Röntgen-, Ultraschall- und EKG-Untersuchungen.
Mit radioaktiven Stoffen kann das veränderte Schilddrüsengewebe sichtbar gemacht werden (Schilddrüsenszintigraphie).

Therapie:

Es gibt 3 Möglichkeiten der Therapie:

1. Medikamentöse Therapie mit einem Thyreostatikum
Nachteile: keine Heilung, eine lebenslange Behandlung ist erforderlich, Tabletten müssen verabreicht werden können, eventuelle Nebenwirkungen des Medikaments.
Medikamente: Methimazol oder Carbimazol
Wirkungsmechanismus: Hemmung der Synthese von Schilddrüsenhormon
Mögliche Nebenwirkungen: Inappetenz (11%), Erbrechen (11%), Lethargie (9%), Haarverlust in Gesicht und Hals (2%), Blutungen (2%), Lebertoxizität (2%), Verringerung der Blutplättchen (3%) und der weißen Blutkörperchen (5%); die Nebenwirkungen sind meist nur zu Beginn der Behandlung vorhanden.
Therapiekontrolle:
• nach 2 Wochen Kontrolle von Blutbild, Nierenwerten und Schilddrüsenhormon (die Blutentnahme sollte idealerweise immer 8-12 h nach Tablettengabe erfolgen). Der Schilddrüsenhormonwert im Blut sollte unter 3,5 µg/dl liegen
• Ist der Wert höher, wird 1 Tabl. zusätzlich morgens oder abends gegeben und nach weiteren 2 Wochen Blutbild, Nierenwerte und Schilddrüsenhormon kontrolliert und ggf. die Dosis weiter erhöht und wieder kontrolliert.
• Bei eingestellter Dosierung Blutlaborkontrolle alle 3 - 6 Monate

2. Chirurgische Therapie: Entfernung des veränderten Schiddrüsengewebes
Nachteile: Narkoserisiko, operative Komplikationen: Schädigung der Nebenschilddrüse, Schilddrüsenunterfunktion, Schädigung der Kehlkopfinnervation, Rezidivrate ca. 15%

3. Behandlung mit radioaktivem Iod-131
Nachteile: nächtsgelegene Klinik: Uniklinik in Gießen, stationärer Aufenthalt für ca. eine Woche, Rezidivrate ca. 15%

 

weiterführende Informationen:

• Flyer "Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)" der Firma Albrecht
     
• Flyer "Schilddrüsenüberfunktion beiu der Katze" der Firma cp-pharma