Hautwunden


Einteilung:

Einteilung anhand der Ursache
    Schnittwunden
    Quetschwunden, hierzu zählen Schürf-, Riss-, Biss- und Kratzwunden
    Stichwunden
    Schusswunden
Einteilung anhand des Kontaminationsgrades
    steril: chirurgisch erzeugt unter aseptischen Bedingungen
    kontaminiert
         → minimale Kontamination: saubere, bis zu 6 Stunden alte Wunde
         → signifikante Kontamination: Bissverletzungen, Schusswunden,
                  zwischen 6 und 12 Stunden alte Wunden
         → starke Kontamination: starke Verschmutzung, fäkale Kontamination,
                  Wunden älter als 12 Stunden
    infiziert: Mikroorganismen vermehren sich in der Wunde, Eiteransammlung
Einteilung anhand der betroffenen Hautdicke
    geschlossen: Schürfwunden mit Verlust der oberen Hautschichten
    offen: vollständige Durchtrennung oder Verlust der gesamten Haut

Wundbehandlung:

Initiale Wundbehandlung - Erste Hilfe

Vermeiden Sie selbst gebissen zu werden! Hunde mit Schmerzen können unverhofft schnappen. Eine Kieferschlinge kann vor Bissen schützen

Vermeiden Sie eine weitere Kontamination der Wunde: Berühren Sie die Wunde nicht mit Ihren Fingern, tragen Sie wenn möglich und nötig sterile Handschuhe aus dem Autoverbandskasten, decken Sie die Wunde wenn verfügbar mit sterilen Wundabdeckungen oder möglichst keimarmen Abdeckungen ab.
Schützen Sie die Wunde durch einen Verband: Auf die Wundabdeckung folgt Polsterwatte, die Wattelagen sollen sich überlappen, die Watte wird durch eine Binde gesichert, die Binde wird in die gleiche Richtung wie die Watte gewickelt und überlappt sich ebenfalls, die letzte Schicht bildet Verbandpflaster.



Bei starken Blutungen wird ein Druckverband angelegt: Auf den durchblutenden Verband wird eine Binde gedrückt und mit einer weiteren Binde fest fixiert. Vermeiden Sie ein Abbinden der Gliedmaße, um Nerven nicht zu schädigen.

 

 

Tierärztliche Wundversorgung
• Die beste Zeit zur Wundbehandlung ist innerhalb von 6 (-12) Stunden nach der Verletzung
• Bei oberflächlichen Abschürfungen kann ein Ausscheren und Desinfizieren des Wundbereichs ausreichend sein.
• Frische, saubere, nicht tiefgehende und kurze Wunden können bei ruhigen Hunden geklammert werden. Klammern hat den Vorteil, dass eine Narkose umgangen wird.
• Ältere oder verschmutzte Wunden, große Wunden, tiefgehende Wunden oder Wunden, bei denen die Gewebszerstörung in der Tiefe nicht abgeschätzt werden kann, werden besser in Narkose versorgt. In Narkose wird das Wundgebiet geschoren und mit Wundantiseptika desinfiziert, Verschmutzungen werden abgetragen oder herausgespült, absterbendes Gewebe wird entfernt, Drainagen können erforderlich sein, um sich bildendes Wundsekret abfließen zu lassen, ein Wundverschluss durch Naht wird durchgeführt, soweit der Verschmutzungsgrad der Wunde und die Hautspannung dies zulassen.
• Verbände können erforderlich sein, um die Wunde zu schützen, um Blutungen zu stillen, um Wundsekrete aufzunehmen und um Salben oder Wundauflagen auf der Wunde zu halten
• Antibiotika sind meist erforderlich, um eine Vermehrung von Bakterien in der Wunde zu verhindern.
• Eine Schmerzmittelgabe hängt vom Grad der Traumatisierung ab.

Nachbehandlung von Wunden
• Die Dauer einer Schmerzmittelgabe liegt individuell zwischen einem und ca. 10 Tagen.
• Verbandwechsel werden abhängig vom Zustand der Wunde im täglichen bis dreitägigen Rhythmus durchgeführt.
• Die Wirksamkeit des Antibiotikums wird anhand des Fortschritts der Wundheilung, dem Allgemeinbefinden und der Körpertemperatur beurteilt. Gegebenenfalls muss eine Umstellung des Antibiotikums oder ein Resistenztest erwogen werden.
• Drainagen werden gezogen, wenn die Wundsekretion nachlässt, dies ist meist 2 bis 6 Tage nach der Wundversorgung der Fall.
• Fäden der Hautnaht werden 10 - 12 Tage nach der Operation gezogen.